08.04.2008 / FTD      

Wirtschaftskriminalitaet

Immer Ärger mit Lars

Lars Windhorst hat notorisches Pech. Der einstige Vorzeigeunternehmer scheitert regelmäßig an der Börse. Nun verbietet ihm ein Gericht auch noch den Firmennamen Vatas

von Volker Müller

Rund 180 Mio. Euro bei Freenet, 55 Mio. Euro bei Air Berlin und 17 Mio. Euro Verlust beim Handyzulieferer Balda " die vom einstigen Wirtschaftswunderkind und notorischen Pleitier Lars Windhorst als Geschäftsführer geleitete Vatas Holding in Berlin sammelt missglückte Investments wie andere Briefmarken.

Nun ein weiterer Tiefschlag für den smarten Manager: Die Vatas Holding führt ihren Namen zu Unrecht. Das hat das Landgericht Hamburg Ende März entschieden. Er stehe in der Finanzbranche allein der Hamburger Anlageberatung Vatas zu. Der Berliner Finanzinvestor muss umgehend seinen Namen ändern.

Als Serdar Vatanperver im November 2003 in Hamburg die Anlageberatung Vatas gründete, haderte Windhorst noch mit seinen Gläubigern. Ihnen schuldete er nach dem Untergang seiner eigenen Unternehmensgruppe mehr als 81 Mio. Euro. Davon alleine 4,3 Mio. Euro dem Südafrikaner Rob Hersov. Der in London lebende Investmentbanker zeigte sich jedoch generös: Er bot 2004 Windhorst den Posten des Geschäftsführer seines deutschen Investmentvehikels Vatas an, Tochter seines britischen Sapinda-Fonds.

Am 18. Januar diesen Jahres mahnte Vatanperver das Berliner Unternehmen erstmals ab " wegen unzulässiger Namensnutzung. Er traf auf Unverständnis. Windhorst wollte den Namen Vatas behalten. So bemühte sich Vatanperver Ende Januar erstmals um eine einstweilige Verfügung gegen den Finanzinvestor " und bekam schließlich nach mündlicher Verhandlung recht. Seit dem Urteil vom 20. März darf das Berliner Unternehmen nicht mehr unter dem Namen Vatas auftreten. Der Hamburger Kläger besitze die älteren Rechte an dem Firmennamen.

Warum Hersov seine deutsche Dependance Vatas statt Sapinda nannte " niemand weiß es. Immerhin machte Windhorst zwischenzeitlich seinem Kontrahenten Vatanperver das Angebot, die Namensrechte zu kaufen: für 20 000 Euro. „Indiskutabel“, spottet Vatanpervers Rechtsanwalt Andreas Schulte.

Gestern noch meldete sich die Berliner Firma unverdrossen mit „Vatas Holding“. Fragen, wie die Firma künftig heißen solle, ließ Windhorst unbeantwortet. Ihm fehlen offensichtlich Namensalternativen: Vor Gericht bat seine Kanzlei Van Aubel, dem Investor eine „Aufbrauchsfrist“ für den Namen von sechs Monaten zu gewähren. Ohne Erfolg. „Als Anlageberater mit Windhorst in Verbindung gebracht zu werden ist hochgradig geschäftsschädigend“, sagt Vatanperver. Anwalt Schulte verweist bereits auf die Konsequenzen, falls Windhorst nicht umgehend einen neuen Namen findet: „250 000 Euro Ordnungsgeld, ersatzweise bis zu zwei Jahre Haft.“

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