02.04.2008 / FTD      

Telekommunikation

Investor Vatas steigt bei Freenet aus

Credit Suisse kauft sich bei Telekomunternehmen ein

von Volker Müller

Freenet ist seinen undurchsichtigen Großaktionär Vatas los: Die vom Pleitier Lars Windhorst geführte Beteiligungsgesellschaft hat ihren Anteil von 22,1 Prozent an dem Mobilfunk- und DSL-Anbieter mit hohen Verlusten verkauft. 16,5 Prozent der Anteile erwarb die Schweizer Großbank Credit Suisse. Das schrieben beide Unternehmen in einer Pflichtmitteilung. Vatas besitzt nach eigenen Angaben aber eine Kaufoption, am 20. Juni wieder 25,2 Prozent der Freenet-Anteile zu erwerben. Von wem, blieb gestern unklar.

Vatas-Chef Lars Windhorst, einst gefeiertes unternehmerisches Wunderkind, vernichtet damit weiterhin das Vermögen von Robert Hersov. Der Südafrikaner ist alleiniger Eigentümer der Vatas-Muttergesellschaft Sapinda. Vatas im Mai 2007 vom US-Finanzinvestor TPG etwa 19 Prozent der Freenet-Anteile erworben " für geschätzte 420 Mio. Euro. Später stockte der Investor um weitere drei Prozent auf. Seither hat haben die Aktien 43 Prozent ihres Wertes verloren.

Als Fehlinvestition erweist sich auch das Engagement bei Air Berlin: Seit dem Einstieg von Vatas zum Jahresbeginn büßte die Aktie 40 Prozent ein. Der Buchverlust des Investors dürfte 60 Mio. Euro betragen. Nicht besser erging es Vatas bei den Engagements in 313 Music (früher: Jack White) und Balda: Der Plattenproduzent verlor binnen einem Jahr fast 60 Prozent an Wert, der Handyzulieferer etwa 76 Prozent.

Zuletzt brachte Vatas die Nord/LB in Bedrängnis: Die Landesbank hatte im Dezember offenkundig ein weiteres Paket von 15,5 Prozent an Balda sowie Anteile an drei weiteren Firmen für den undurchsichtigen Finanzinvestor erworben. Vatas weigert sich jedoch, die Wertpapiere abzunehmen " sie haben zusammen fast 80 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Die Bank hat inzwischen den zuständigen Aktienhändler sowie dessen Vorgesetzten fristlos entlassen und eine Rückstellung von 82,5 Mio. Euro gebildet.

Der Markt bewertete den Vatas-Ausstieg als Glücksfall für Freenet. „Das ist wie ein Befreiungsschlag“, kommentierte ein Börsenhändler den Anteilsverkauf. Die Aktie schloss gestern mit einem Plus von 5,2 Prozent bei 10,54 Euro. Welche Pläne die Credit Suisse mit dem Anteil hat, blieb offen: Die Bank beantwortete Anfragen gestern nicht.

Bookmark setzen bei Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen oder Webnews oder