11.01.2008 / FTD      

Industrie

Matsushita heißt künftig Panasonic

Japanischer Elektronikkonzern stoppt Markenvielfalt · Umsatzplus erwartet

von Volker Müller

Aus Matsushita wird Panasonic: Pünktlich zum 90. Geburtstag übernimmt der japanische Elektronikkonzern seine bekannteste Produktmarke als Firmennamen. Der neue Name Panasonic Corporation werde am 1. Oktober die bisherige Firmierung Matsushita Electric Industrial Company ersetzen. Zugleich würden andere Produktmarken wie National abgeschafft, teilte der Konzern gestern mit. Der Namenswechsel wird das Unternehmen nach eigenen Angaben umgerechnet 186 Mio. Euro kosten.

Mit dem Schritt beendet der Konzern das zuletzt eher unübersichtliche Nebeneinander nationaler und internationaler Marken. Firmenpräsident Fumio Ohtsubo hofft auf einen Imagezuwachs und höhere Verkäufe durch die einheitliche Marke. Der alte Name Matsushita (sprich: Ma-zusch-ta) war außerhalb Japans dagegen nahezu unbekannt. Dieser erinnert an Konosuke Matsushita, der das Unternehmen 1918 in Osaka gegründet hatte.

Bislang hatte der Konzern den Namen Panasonic lediglich für Teile seiner Unterhaltungselektronik genutzt. Der weltweit größte Hersteller von Flachbildschirmen war in diesem Segment aber auch mit JVC und Technics vertreten. Künftig wird der Konzern auch sämtliche Haushaltsgeräte, Halbleiter oder Produktionsanlagen unter Panasonic anbieten. Bisher werden diese Produkte auch unter den Namen Matsushita, Quasar, Victor oder Panahome vertrieben.

Vergleichbare Namenswechsel, dass eine Firma den Markennamen eines Produkts annimmt, sind in der Wirtschaftsgeschichte selten. So hat sich etwa der US-Softwarehersteller Roxio im Sommer 2004 in Napster umbenannt " den Namen seines Onlinemusikshops. Der international wenig bekannte deutsche Kosmetikkonzern Beiersdorf lehnte es hingegen bisher immer ab, den Namen seiner globalen Erfolgsmarke Nivea anzunehmen. Auch der DSL-Anbieter Hansenet tritt öffentlich nur noch unter der Marke Alice auf, hat sich aber selbst nicht umbenannt.

Im Regelfall legen Unternehmen eher ihre Produktnamen ab, um sich neutrale Firmennamen zu suchen. Bereits 2002 hatte sich der US-Tabakkonzern Philip Morris in Altria umbenannt, um sich zumindest an der Börse seines negativen Images zu entledigen. Auch KarstadtQuelle nennt sich nach einigen Krisenjahren und harten Sanierungsschritten nun Arcandor.

Matsushita-Präsident Ohtsubo rechnet für das kommende Geschäftsjahr, das am 1. April beginnt, mit einem Umsatzplus von fünf oder mehr Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern weltweit etwa 77,2 Mrd. $ umgesetzt " bei einem Nettogewinn von 1,8 Mrd. $.

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